Editio Domini · MMXXVI

FULLGAMING

Journal für Spielkultur · seit MMXIII.


❦ Über das Journal

FULLGAMING — ein Trade-Catalogue der Spielkultur.

FULLGAMING ist ein deutschsprachiges Vierteljahres-Journal über Videospiele und die Kultur, die sich um sie herum gebildet hat. Wir verstehen Spiele als Werkkörper, die sich rückblickend lesen lassen — und behandeln sie mit einer typografischen Gravitas, die für ein antiquarisches Trade-Catalogue üblicher wäre als für eine Gaming-Publikation. Diese Reibung ist beabsichtigt. Sie soll daran erinnern, dass Spielkultur älter, dichter und in vielen Hinsichten reicher ist, als der Konsumstrom der wöchentlichen Releases es vermuten lässt.

Gegründet wurde das Heft im Jahr MMXIII — zunächst als Wochenblatt zu aktuellen Releases, in der typischen Lage eines deutschsprachigen Spielenews-Blogs der frühen 2010er. Mit Heft xii (Frühjahr MMXXII) hat sich das Konzept verschoben: weg von der News-Frequenz, hin zum Vierteljahres-Heft mit längeren Beiträgen, einem ausgebauten Retro- und Hardware-Ressort und einem laufenden Lexikon. Das aktuelle Heft xviii (Frühjahr MMXXVI) setzt diese Linie fort: sechs Ressorts, je sechs bis acht Beiträge pro Heft, vier Hefte pro Jahrgang.

Sechs Ressorts

Das Heft gliedert sich in sechs Felder, in denen wir kontinuierlich publizieren. Neuheiten sind die kurzen, geordneten Notizen zu aktuellen Releases — immer in den größeren Kontext gestellt, nie als Werbetext. Retro liest ältere Spiele wieder, Jahre nach ihrem Erscheinen, mit der Geduld einer literarischen Werkbetrachtung. Hardware behandelt Konsolen, Handhelds und Peripherie als kulturelle Setzungen, nicht als Produkte. Indie sind Werkschauen einzelner Entwickler oder kleiner Studios. Kultur umfasst alles, was Gaming aus dem Wohnzimmer in die Öffentlichkeit trägt — Modding, Speedrunning, Game Studies, Anime-Crossover, Wrestling-Spiele. Lexikon schließlich ist eine laufende Sammlung präziser Begriffsdefinitionen, passend zum Trade-Catalogue-Geist des Heftes.

Inhaltlich interessieren uns die Spannungen zwischen industriellem Produkt und kultureller Praxis. Ein Spiel ist immer beides: Ware und Werk, Ausschuss und Klassiker zugleich. Half-Life hat Mods hervorgebracht, die das Original überlebt haben. Die Total-War-Reihe ist in fünfzehn Jahren von einer Tabletop-Adaption zum eigenständigen Strategie-Paradigma geworden. Die WWE-2K-Spiele bilden ein Sub-Genre, das in den meisten Spielkritiken übersehen wird, obwohl es eine eigene jahrzehntealte Tradition hat. Solche Lesarten sind unsere Disziplin. Wir hoffen, sie sind auch Ihre.

Gastbeiträge

FULLGAMING nimmt Gastbeiträge an. Wer ein längeres Stück geschrieben hat — eine Re-Review eines vergessenen Klassikers, ein Werkschau zu einem kleinen Indie-Studio, ein Lexikon-Eintrag zu einem Sub-Genre, eine Modding-Geschichte — sendet eine Schreibprobe an [email protected]. Wir antworten in der Regel innerhalb einer Woche. Kürze ist kein Nachteil; ein Diagramm sagt oft mehr als drei Absätze Prosa; und wer einen englischen Spieletitel mit der gleichen Sorgfalt setzt wie einen klassischen Buchtitel, hat schon gewonnen.

Wir behandeln Spielkultur als Sammelobjekt, nicht als Konsumstrom — mit der Gravitas eines Trade-Catalogue, der Lust eines Antiquariats.